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Schachclub Bad Soden |
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GM Matthias Wahls Schachseminar:
Termin: 15./16. Mai 2004
Ort: Zeitplan: Samstag, 15. Mai:
von 10:00 - 19:00 Uhr Über das Schachseminar von GM Matthias Wahls Länge, Breite, Höhe: Für Mathematiker, Architekten oder Geodäten sind sie das Maß aller Dinge. Schachspieler hingegen pflegen mit den drei Dimensionen des Schachs ganz andere Eigenschaften zu verbinden, nämlich Material, Zeit und die Qualität der Stellungsstruktur. Während jedem Anfänger gleich nach den Zugregeln der Figuren die unterschiedlichen Werte des Figurenmaterials beigebracht werden und so die Grundlagen zum "Schach-Materialisten" gelegt werden, geht es fortschrittlichen Spielern doch noch um mehr. Das Seminar wendet sich an Spieler, die sich über das begrenzte Materialverständnis hinaus ein neues schachliches "Weltbild" schaffen möchten. Ebenso sind auch ambitionierte Spieler angesprochen, die auf ihrem Weg zum Meister klare zusammenhängende Konzepte erkennen und vertiefen möchten. GM Matthias Wahls veranstaltet dieses TOP-Seminar und erläutert die Zielsetzung so:
Aus der Taunus Zeitung -Bad Homburg- vom 12. Januar 2004: Wie besiegt man defensive Holländer? "Es ist das Spiel der Könige. Doch von adliger Noblesse oder Zurückhaltung ist meistens wenig zu spüren, wenn sich zwei Schachspieler auf dem schwarz-weiß karierten Feld begegnen. Eher von einer martialischen Atmosphäre. Denn zwei Krieger kreuzen die Klingen, wenn auch nur intellektuell. Blut fließt keines, doch die Wunden gehen tief - nach jeder geschlagenen Figur, noch mehr nach verlorenen Partien. Damit es gar nicht erst zu einer solchen Schmach kommt, hatte der Schachclub Bad Homburg den renommierten Großmeister Matthias Wahls für ein Trainingsseminar im Hotel Maritim engagiert. Knapp 20 Schachfreunde folgten der Einladung in den Saal Linnée, um am Wochenende an zwei Tagen aus berufenem Munde Tipps und Tricks für das eigene Spiel zu erhalten. Mit dabei: Sven Hering (32), der extra aus Halle an der Saale angereist war. Der selbständige Computerdienstleister spielt seit seinem sechsten Lebensjahr das strategisch und taktisch anspruchsvolle Spiel. "Allerdings habe ich dazwischen 15 Jahre Pause gemacht und erst vor zwei Jahren wieder angefangen". Hering gewann dem Seminar durchaus Positives ab - und das sogar in doppelter Hinsicht: "Die sehr intensive Beschäftigung an zwei Tagen hilft auf jeden Fall weiter, schließlich ist Schach ein sehr theoretisches, denkbezogenes Spiel", sagte er in einer kurzen Seminarpause. "Und dass ein Großmeister dabei ist, motiviert natürlich zusätzlich."
Der solcherart Gelobte ließ sich nicht zwei Mal bitten und begann den
Sonntag mit einer kniffligen Aufgabe für die Seminarteilnehmer: "Wir
analysieren die Möglichkeiten, wenn mein Gegner mit der holländischen
Verteidigung agieret." Holländische Verteidigung? Sind Rudis Männer
gefragt? Soll gar mit drei Spitzen angegriffen werden? Nein, denn beim
Schach werden viele Zugvarianten, ob offensiv oder defensiv, nach
Ländernahmen benannt. Von einer holländischen Verteigung spricht man,
wenn "Schwarz" den Bauern vom Feld F/ auf das Feld F5 bewegt. Welches Eröffnungsrepertoire würden denn wohl die Frankfurter Musterknaben Struwwelpeter, Hans-Guck-in-die-Luft und Zappel-Philipp spielen?
Daß die eigene Persönlichkeit im Einklang mit dem gewählten Eröffnungsrepertoire stehen sollte, war eine der Kern-Thesen, die GM Matthias Wahls in seinem Schachseminar am 10./11. Januar 2004 in Bad Homburg darlegte. Aus zeit- und lern-ökonomischen Gründen ist es notwendig, sich auf gewisse Grundtypen in den Eröffnungen zu konzentrieren. Einzelne Eröffnungsrepertoires führen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wahls unterscheidet in seinem Konzept das (1) statische Repertoire, das (2) dynamische Repertoire, das (3) flexible Repertoire und last not least das (4) asymmetrische Repertoire.
Statische Repertoires beinhalten Eröffnungen wie z.B. Englisch-Botwinnik, Skandinavisch oder Bogo-Indisch. Sie führen letztlich zu einer festen Bauernstruktur, die einen klaren Plan erforderlich machen. Das asymmetrische Repertoire bietet hingegen Flexibilität in den Bauernstrukturen, und Eröffnungen dieses Typs erlauben es, sowohl aktive als auch passive Spielpläne für Weiß und Schwarz umzusetzen. Das Schach-Seminar wurde in Kooperation mit dem Schachklub Bad Homburg durchgeführt. Zum Auftakt begrüßte Otto Reimer, 1. Vorsitzender, die 18 Teilnehmer, die aus Köln, Halle, Stuttgart, Bingen, Heuchelheim und dem Rhein-Main-Gebiet angereist waren.
Ebenfalls unter den Teilnehmern befand sich IM Stefan Reschke vom SV Oberursel. Er wollte sich in erster Linie mit dem pädagogischen Aspekt des Seminars vertraut machen, leitet er doch das Kadertraining einer hessischen Jugend-Auswahl. Klare Theorie und praktische Demonstrationen am Brett ergänzten sich in hervorragender Weise. Übungsaufgaben vertieften den Lernerfolg. Und die gemeinsamen Mahlzeiten und Kaffepausen brachten viele gute Gelegenheiten, die Teilnehmer näher kennen zu lernen und etwas aus der Trickkiste des Schachs zum besten zu geben.
GM Wahls wird auch für den Jugendkader des Hessischen Schachverbands einige Seminar-Tage ausrichten. Ob die hessischen Schach-Jugendlichen allerdings den Musterknaben des Frankfurter Arztes und Literaten Dr. Heinrich Hoffmann nacheifern und ähnliche Persönlichkeitsstrukturen offenbaren, bleibt dahingestellt. Sicher dürfte sein, daß zappelige Nachwuchsspieler eher eine dynamische Eröffnung spielen würden, wo der Faktor Zeit höher bewertet wird und viele konkrete taktische Pläne für Dynamik auf dem Brett sorgen. Zur Biographie:
Weiterführende Links GM Matthias Wahls Seminar-Seite Ankündigung (Muster): >>>hier (Lautsprecher einschalten)
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