Das 25-jährige
Vereinsjubiläum:
Lesen Sie den großen Bericht im Archiv
>>>hier
Schacholympiade: Wachablösung im Weltschach
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Gm Vishy Anand (Indien) bei den
Chess Classic Mainz 2004 |
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Abonnementssieger Rußland, als Nummer 1 der Setzliste und Favorit bei
der 36. Schacholympiade in Calvia (Mallorca) gestartet, musste sich der
Mannschaft aus der Ukraine geschlagen geben und belegte hinter dem Team
um GM Vassily Ivanchuk sensationell nur den zweiten Platz.
Die russische Mannschaft wurde von Morozevich an Brett 1 angeführt,
weiter spielten Svidler, Grischuk, Dreev, Khalifmann und Zvjaginsev für
das russische Team.
Fehlanzeige gab es bei den bekannteren Namen: So verzichtete Kasparov
auf einen Start und Judith Polgar (Ungarn) macht zur Zeit Baby-Pause.
Weltmeister Kramnik (Russland) und sein Herausforderer Peter Leko
(Ungarn) fehlten. Die FIDE, die Veranstalter der WM in Brissago und der
Schach-Olympiade in Calvia hatten wieder einmal mehr demonstriert, dass
interne organisatorische Schwierigkeiten durchaus kompetent fortgesetzt
werden: Die Terminüberschneidung der WM in Brissago mit dem
Weltschach-Ereignis in Calvia war das Ergebnis dieser Bemühungen.
Hinter Rußland schob sich das Team aus Armenien überraschenderweise
auf Platz 3 und sicherte sich somit die Bronzemedaille. Auf Platz 4 plazierte sich das Team USA, gemäß Setzliste nur auf Rang
10 bewertet. Das deutsche Team erreichte Platz 16.
Das Team aus Indien etablierte sich unter der Führung von GM und
Schnellschachweltmeister Vishy Anand in der Weltspitze auf Platz 6,
nachdem sie bei der letzten Teilnahme an einer Schacholympiade 1992 in
Manila noch auf Platz 22 der Welt rangierten (in der Besetzung Anand,
Barua, Thipsay, Ravi, Prasad und Babu). Doch bei der diesjährigen
Schacholympiade präsentierten sich das indische Team stark verbessert:
Vishy Anand hatte sich mittlerweile mit 2781 ELO-Punkte auf Platz 2 der
FIDE-Weltrangliste vorgearbeitet, auf den weiteren Brettern spielten mit
Sasikiran, Harikrishna, Ganguly, Kunte und Sandipan stark verbesserte
Großmeister.
Aufsteiger und Absteiger
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Viktorija Cmilyte aus Littauen (rechts) und
Antoaneta Stefanova aus Bulgarien (links) bei den Chess Classic Mainz
2004 |
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Bei den Herren erzielten einige Mannschaften ein besseres Ergebnis
als ihre Papierform zu Anfang des Turniers erkennen ließ. Das Team USA
verbesserte sich um 6 Ranglistenplätze (Differenz zwischen Setzliste und
Endergebnis), Cuba um +11, Griechenland um +13 und Uzbekistan und die
Schweiz um +16. Grosse Freude herrschte bei der Mannschaft um GM Eugenio
Torre aus den Philippinen. Vor Beginn des Turniers waren sie auf Platz
40 gesetzt, am Ende landeten sie bravourös auf Rang 19, eine
Ergebnisverbesserung um 21 Ranglistenplätze. Bittere Erfahrungen mussten
England (-24), Schweden (-20), China (-18) und Frankreich (-11) machen:
Sie erreichten nicht ihre Normal-Form und landeten auf niedrigeren
Ranglistenplätzen als erwartet.
Bei den Damen gewann China in der Besetzung Jun Xie, Yuhua Xu, Xue Thao und
Qian Huang erwartungsgemäss die Goldmedaille. Das Team aus den USA konnte sich die Silbermedaille sichern,
Russlands Frauen kamen auf den dritten Platz und gewannen Bronze.
In der Wertung der an Brett 1 startenden Spitzenspieler kam GM Vishy
Anand (Indien) mit einer Quote von 72,7% auf den 6. Platz, hinter
Evgenij Ermenkow (Palästina), Andres Rodriguez (Uruguay), Michael Adams
(England) Vassily Ivanchuk (Ukraine) und Oscar de la Riva Aguado
(Andorra). Beste Spielerin an Brett 1 war Viktorija Cmilyte aus Litauen, gefolgt
von der Ungarin Susan Polgar, die für das Team USA startete.
Ergebnisse Herren
Ergebnisse Damen
Runde 5 der
Vereinsmeisterschaft
Die 5. Runde der Bad Sodener Vereins- und U18-Meisterschaften endete
am 28. Oktober. In der U18-Meisterschaft kam Tabellenführer Max Arnold
durch einen Sieg mit den schwarzen Steinen gegen Georg Fidlschuster zu
einem vollen Punkt und führt nun mit einem halben Punkt Vorsprung (4
Punkte aus 5 Spielen) vor Carsten Segesser und Michael Hoss, die sich im
direkten Verfolgerduell mit einem Remis trennten. Beide haben damit nach
5 von 7 Runden jeweils 3,5 Punkte. Auf den Plätzen 4 bis 7 folgen Marcel
Markert, Georg Fidlschuster, Valerio Bello und Florian Siewecke mit 3
Punkten. In der nun folgenden 6. Runde spielen in den Partien Arnold Max
gegen Michael Hoss und Marcel Markert gegen Carsten Segesser die vier
Erstplatzierten gegeneinander. Es bleibt also weiter spannend!
Auch in der Erwachsenen-Vereinsmeisterschaft ist nach der 5. Runde
nichts entschieden. Ulrich Götting unterlag mit Weiss etwas unglücklich
gegen Hans-Walter Schmitt. In einem schwierigen Schwerfigurenendspiel
geriet er in Zeitnot und übersah schließlich einen Spieß, der ihn die
Dame und damit die Partie kostete. Bei korrektem Spiel wäre hier
wahrscheinlich ein Remis durch Dauerschach eingetreten. Am selben Abend
endete die Partie Gunnar Philipp gegen Geir Smith-Meyer mit 1-0. Schwarz
erlangte aus der Eröffnung heraus eine überlegene Stellung, die er
jedoch nicht ausnutzen konnte. Mit dem Übergang ins Mittelspiel konnte
Weiss einen Bauern gewinnen und es kam zum Endspiel Läufer gegen
Springer, das Weiss durch ein Versehen für sich entscheiden konnte. Auch
hier wäre es bei bestem Spiel zum Remis gekommen. Turnierfavorit
Hans-Walter Schmitt führt nun die Tabelle knapp aufgrund der besseren
Buchholzwertung an. In der nächsten Runde kommt es zu den interessanten
Paarungen Schmitt gegen Großjohann und Bittner gegen Philipp, durch die
es bereits zu einer Vorentscheidung kommen könnte. Die aktuellen
Ergebnisse und Tabellen gibt's
>>>hier
Die 6. Runde soll bis zum 26. November gespielt werden, es gibt also
wieder 4 Wochen Zeit. [Bericht von Dr. Gunnar Philipp]
Gut
aufgepaßt.
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Kurt Fredershausen (rechts)
Hans-Walter Schmitt (links) |
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Kurt Fredershausen beweist einmal mehr seine ansteigende Lernkurve.
Beim Jubiläums-Trainingsseminar mit GM Artur Jussupow tauschte er
noch einige Theorie-Tipps mit Hans-Walter Schmitt aus, machte sich
fleissig Notizen über die Beispiele aus der Grossmeister-Praxis und
setzte dies dann zur allgemeinen Überraschung gleich um, als er im
anschliessenden Simultan ein kaum erwartetes Remis gegen GM Jussupow
erzielte.
Jetzt sammelte er wieder wertvolle Turnierpraxis und nahm als einziger
Spieler des Schachclub Bad Soden beim 2. Eschborner Open teil.
Fredershausen erzielte in einem Teilnehmerfeld von 70 Spielern
(Durchschnittliches DWZ-Niveau: 1667) einen vollen Punkt aus fünf
Partien und konnte damit seine DWZ-Wertung weiter stabilisieren (DWZ
1241).
Sieger wurde der nun für Gernsheim startende Frank Drill, als beste Dame
kam Julia Schlein punktgleich auf den vierten Platz der Gesamtwertung.
Im
Spiegel der Schachgeschichte: Das 80-jährige
Vereinsjubiläum von Frankfurt-West:
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Prof. Dr. Lothar Gall -
Frankfurter Historiker |
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Als Markus Busche und die Vereinsfunktionäre vom Schachclub
Frankfurt-West ihre Einladungslisten zur Jubiläumsfeier
zusammenstellten, hatten sie natürlich auch den Guru der neueren
Deutschen Geschichte und Professor an der Uni Frankfurt, Dr. Lothar Gall
im Visier.
Gall hat wie selten ein anderer Historiker vor ihm die
Zusammenhänge der Geschichte nicht nur ex cathedra gelehrt, sondern auch
in einer Reihe von Veröffentlichungen über die Biographien namhafter und
geschichtsbeeinflussenden Persönlichkeiten geschrieben und diese einem
breiteren Publikum zugänglich gemacht, so z.B. über den Bankier Hermann
Josef Abs oder den "weissen
Revolutionär" Bismarck. Bismarck war in Frankfurt wohl bekannt,
residierte er doch als Preussischer Gesandter in der Bockenheimer
Landstrasse im Frankfurter Westend.
Wenn dann Gall seine Terminschwierigkeiten gelöst hätte und am 21. Oktober 2004 in
der Stadthalle von Frankfurt-Zeilsheim zur Jubiläumsveranstaltung
gekommen wäre, ja dann hätte er als Historiker sicherlich seine Freude
gehabt: Ausnahmslos berichteten die Offiziellen und Gastredner über die
verschiedenen Aspekte der Schachgeschichte im Rhein-Main-Taunus-Gebiet
und nur selten wurde die sonst so vereinstypische Nabelschau betrieben.
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Markus Busche (rechts)
gratuliert dem Jubilär Hans Koch zur "Goldenen Ehrennadel" |
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Doch bei Hanns Koch hätten sie auch keine plausiblen Ausreden mehr gehabt: Als
Geburtstagskind feierte er heute seinen 80. Geburtstag und wurde
obendrein mit "Ehren-Urkunde", Blumenstrauß und "Goldener Ehrennadel"
vom Vorsitzenden Markus Busche beglückwünscht.
Dann zündeten die
Redner der Jubiläumsfeier ein Feuerwerk zur Historie des Schachspiels in
der Rhein-Main-Taunus ex cathedra ab, ausnahmslos aus dem Stegreif und unvorbereitet gehalten.
Im neuen "Schach960" ist es eben auch so üblich, dass man nach der
Zufallsauslosung der Ausgangsposition wirklich unvorbereitet in den
Zweikampf geht wie ein Kapitän auf hoher See.
Der Schachclub Frankfurt-West ging aus einer Fusion der
Vorgänger-Vereine Schachklub Unterliederbach 1924 und Schachclub
Sindlingen 1925 hervor.
Professor Dr. Bauer vom SC Höchst 04 berichtete
über den weltbekannten Schachspieler Bogoljubow und seine Spieltätigkeit
in der Region. Er erläuterte die Hintergründe, wie der
Föderalismus seinen Einfluss auf die Schachorganisationen der Länder
hatte und wie um Personen, Posten und Priviliegien taktiert wurde.
Bei dem Geschachere um die Verbände Mittelrhein, Rheinhessen,
Nordrhein-Westfalen und Hessen stand die Förderung des Schachspiels
sicherlich nicht an erster Stelle der Interessenliste.
Dr. Ballo als Vertreter des Hessischen Schachverbandes hob die Bedeutung
der Schach-Region hervor. Die Veranstaltung des Schachkongreß des
Deutschen Schachbundes 2005 in Offenbach ist davon nur ein Beispiel. Als Ballo die Stadt Offenbach
als "Zentrum Hessens" bezeichnete, überkam Fairness, Toleranz und
Gastfreundschaft das Denken der Jubiläumsgäste - lediglich ein leichtes Schmunzeln
ging durch die Reihen. Welch ein positiver Gegensatz zur kürzlich vom
Präsidenten des Deutschen Schachbundes Alfred Schlya vorgetragenen
Konfrontation und Brüskierung der hiesigen Turnierveranstalter um
Hans-Walter Schmitt.
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FM Dr. Birgit Brendel:
Vereinsmeister bei F-West zeigte den Männern, wo's im Schach
langgeht |
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Obwohl Hans-Walter Schmitt offiziell nur die Moderatoren-Rolle
zwischen den Gastrednern übernommen hatte, verstand er es geschickt, in
seinen Übergängen viele Aspekte der Schachgeschichte noch einmal
aufleben zu lassen. So machte er deutlich, dass das bisher
stärkstbesetzte ELO-Turnier der Schachgeschichte mit Kasparov, Anand,
Kramnik und Ivantchuk in Frankfurt-Zeilsheim stattfand und dass die
Geburtsstunde von Schach960 am 9.6.96 in Schöllbrunn im Spessart schlug
und damit einige Wochen früher war als das vom genialen Erfinder Bobby Fischer
geplante und letztlich geplatzte historische Duelle in Buenos Aires.
Mit dieser historischen Einstimmung wurde der offizielle Jubiläumsteil
beendet, rasch noch ein Foto für die Annalen gemacht und dann gings ab zum
Schach960-Blitzturnier.
Dort trafen in der ersten Runde die beiden Chesstigers Hans-Walter
Schmitt und Hans-Dieter Post aufeinander. Im Ringen um die Initiative
schenkten sich beide Kontrahenten nichts und konzentrierten sich ganz
unweltmeisterlich voll auf das Angriffsspiel - hier konnte Schmitt mit
seiner Bauernumwandlung entscheidendes Material gewinnen und damit die
Punkte aus der ersten Runde kassieren.
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80-jähriges Jubiläum:
Gruppenfoto mit Damen |
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Vorsitzender Markus Busche kann schon jetzt die Langfristplanung in
Angriff nehmen: 2014 ist dann das 90jährige Jubiläum. Professor Dr. Gall
wird dann mit 78 Jahren wohl erimitiert sein und kommt dann
vielleicht zur Jubiläumsveranstaltung, wenn wieder soviel über die
Geschichte des Schachs in der Region geplaudert wird.
Ergebnis des Chess960-Turnier
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Kreuztabelle im
Schweizer-System nach der 4. Runde |
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Nr. |
Teilnehmer |
TWZ |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
Punkte |
Buchh |
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1. |
Lipp,H. |
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** |
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1 |
|
1 |
|
1 |
|
1 |
|
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4.0 |
10.0 |
|
2. |
Armbruster, A. |
|
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** |
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1 |
|
|
1 |
|
|
|
|
|
|
|
1 |
|
1 |
|
4.0 |
6.5 |
|
3. |
Niebling, F. |
|
0 |
|
** |
|
|
|
|
1 |
|
|
1 |
|
|
|
|
1 |
|
|
3.0 |
8.5 |
|
4. |
Bonnaire, U. |
|
|
0 |
|
** |
|
|
|
1 |
|
|
|
1 |
|
|
|
1 |
|
|
3.0 |
8.5 |
|
5. |
Busche, M. |
|
0 |
|
|
|
** |
|
|
|
|
1 |
1 |
|
|
1 |
|
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|
3.0 |
8.5 |
|
6. |
Brendel, B. |
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|
|
|
|
|
** |
|
0 |
|
|
½ |
1 |
|
1 |
|
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|
|
2.5 |
6.0 |
|
7. |
Schmitt, H.-W. |
|
0 |
0 |
|
|
|
|
** |
|
|
1 |
|
|
|
1 |
|
|
|
|
2.0 |
11.0 |
|
8. |
Reimer, O. |
|
|
|
0 |
0 |
|
1 |
|
** |
|
|
|
|
|
|
1 |
|
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2.0 |
9.5 |
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9. |
Landkocz, M. |
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0 |
|
|
|
|
|
|
|
** |
|
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1 |
0 |
|
1 |
|
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2.0 |
7.5 |
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10. |
Füll, K.-D. |
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0 |
|
0 |
|
|
** |
|
|
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1 |
|
1 |
|
2.0 |
6.5 |
|
11. |
Drebes, G. |
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0 |
|
0 |
½ |
|
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** |
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|
1 |
1.5 |
9.0 |
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12. |
Niebling, R. |
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|
0 |
|
0 |
|
|
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** |
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|
1 |
½ |
1.5 |
6.5 |
|
13. |
Wienecke,J. |
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|
0 |
|
|
|
** |
|
0 |
|
½ |
1 |
1.5 |
4.0 |
|
14. |
Post, H.-D. |
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|
|
|
|
0 |
0 |
0 |
|
1 |
|
|
|
|
** |
|
|
|
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1.0 |
9.5 |
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15. |
Ostermeier,T. |
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0 |
|
|
|
|
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0 |
|
0 |
|
|
1 |
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** |
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1.0 |
9.5 |
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16. |
Rudniev, J. |
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0 |
0 |
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|
0 |
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|
** |
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1 |
1.0 |
8.5 |
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17. |
Haas, D. |
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0 |
|
|
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0D>0
|
|
0 |
½ |
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** |
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0.5 |
9.0 |
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18. |
Kutschera, P. |
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|
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|
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0 |
½D>0
|
0 |
|
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0 |
|
** |
0.5 |
5.5 |
Kramnik mit dem Rücken zur Wand: High-Noon bei der WM in Brissago
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Gary Cooper verkörperte im
Film "High Noon" wie kein Anderer den Showdown des Individuums gegen
das Böse. |
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Kein Hollywood-Regisseur hätte ein spannenderes Drehbuch für das Finale
der Schach-WM in Brissago schreiben können, was die Dramatik des letzten
Aktes betrifft: Erinnerungen an den Showdown von Gary Cooper im Western
"High Noon" werden wieder wach.
Die Ausgangslage war klar: Weltmeister Wladimir Kramnik liegt bei
dem auf 14 Partien angesetzten Match vor der entscheidenden letzten
Partie mit 6:7 Punkten hinter dem Herausforderer Peter Leko aus Ungarn.
Ein Sieg für Kramnik würde Punktgleichstand und damit die
Titelverteidigung bedeuten, Leko müsste mindestens ein Remis mit Schwarz
schaffen - dann wäre er der neue FIDE-WM und würde gemäss den "Prager
Vereinbarungen" gegen den Sieger des nächsten Spitzenkampfs zwischen
Gary Kasparow als Spieler mit der höchsten ELO-Punktewertung und dem
Weltmeister Rustam Kasimdzhanov aus Uzbekistan.
Wenn Sie - lieber Leser - jetzt etwas verwirrt sind ob der vielen
gleichzeitigen Weltmeister-Titelträger, so ist das keine Schande.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Als Kramnik in der entscheidenden Partie mit e4 eröffnet, entscheidet
sich Leko für die
grundsolide Caro-Kann-Verteidigung (B12). Mit dem
defensiven Rückzug 7. .... Ld7 wählt Leko eine eher vorsichtige
Fortsetzung, die auf Turnierebene eher selten gespielt wird, so zuletzt
bei der FIDE-Weltmeisterschaft der Frauen in Eliste zwischen Natascha
Bojkovic aus Serbien & Herzogewina und Ketino Kachiani-Gersinska
(Deutschland).
Leko war früh um Ausgleich bemüht und tauschte im 16. Zug bereits die
Damen ab. Beide Kontrahenten verzichteten auf die Rochade und hielten
ihren König im Zentrum.
Im Endspiel hatte Leko dann sogar zwei
Mehrbauern Vorteil, aber Kramnik nutzte die grössere Beweglichkeit
seiner Figuren und die offene Stellung des schwarzen Königs zum
Gegenangriff aus - nach 41 Zügen gab sich Leko geschlagen.
Alter und
neuer Weltmeister ist Wladimir Kramnik, bei Punktgleichstand von 7:7
bleibt aufgrund des Reglements der Titelverteidiger Weltmeister.
Hier können Sie die entscheidende 14. Partie
nachspielen
Remis
pur - auch im Main-Taunus-Kreis
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Friedliche Mienen danken es
Ihnen:
Christian Hannemann (links) und Karl Geins (rechts) analysieren ihre
Remis-Partie. |
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In der zweiten Runde der MTS-Mannschaftskämpfen gab es für die zehn Bad
Sodener Mannschaften durchwachsene Ergebnisse. Einige Mannschaften
gewannen nach Punkten, andere wiederum an Erfahrung.
Bad Soden 2 musste in Eppstein antreten und spielte gegen die starke 3.
Eppsteiner Mannschaft. Roland Bettenbühl beendete erwartungsgemäss als
Erster der acht Spieler seine Partie, mit einem Unentschieden gegen
Hipler (DWZ 1486) war Bettenbühl schnell fertig.
Die anderen Spieler kämpften länger und in schwierigen Positionen,
Hegner vergab einen Materialvorteil und verlor 0:1 gegen Goetz, Geier
Smith-Meyer dachte ungewohnt lange und gründlich nach, was letztlich zu
seinem Punktsieg gegen Leibrock führte. Ackermann und Wein trennten sich
unentschiedern, Kenk gewann gegen Otto einen vollen Punkt und die
Youngsters Julien und Christoph Leach sammelten wertvolle Erfahrungen,
leider keine Punkte. Als der Mannschaftskampf schon zugunsten von
Eppstein 3 entschieden war, kamen auch Christian Hannemann und der
starke Senior Karl Geins (DWZ 1638) zur Einsicht, daß in ausgeglichener
Stellung eigentlich ein Remis wohl verdient wäre.
Genuß
pur
Die 13. und vorletzte Partie der Schach-WM im Centro Dannemann in
Brissago (Tessin) begann am Samstag, den 16. Oktober 2004: Peter Leko
mit den weißen Figuren lag mit einem Punkt im Match vor Wladimir Kramnik,
dem Titelverteidiger. Leko benötigte nur noch 1 Punkt aus zwei Partien -
dann würde er Kramnik als FIDE-Weltmeister ablösen. Für genügend
Spannung war also gesorgt. Als Leko mit d4 eröffnete, wählte Kramnik
erstmals in diesem Match die Moderne Benoni-Verteidigung.
Peter Leko müsste eigentlich mit der Modernen Benoni Verteidigung sehr
vertraut sein, hat doch sein ungarischer Landsmann IM Attila Schneider ein
dreibändiges Standardwerk auf Ungarisch über diese Eröffnungstheorie geschrieben. Und
die erste Übersetzung seines Buches in eine andere Sprache war eine
deutsche Übersetzung.
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Küste bei Portnahaven auf
der
Insel Islay (Schottland) |
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Attila Schneider begründet es so: "Ich bin froh, daß mein Buch zuerst in
Deutsch erscheint. Seinerzeit, als ich in Westeuropa regelmässig
gespielt habe, verkaufte ich dort auch Bücher. Nach meinen Erfahrungen
waren die deutschen Schachspieler die besten Kunden; kein Zufall, daß
auch das Durchschnittsniveau im Schach bei ihnen am höchsten ist, ganz
zu schweigen von der Elite! Ich bin schnell darauf gekommen, was der
Grund dafür ist. Nichts anders, als die Mentalität der deutschen
Menschen. Ich will jetzt andere Völker nicht beleidigen, aber ich habe
die folgende Erfahrung gemacht: wenn in einem Nachbarstaat von ihnen ein
Schachspieler wählen muß, ein Schachbuch oder eine Flasche Rotwein zu
kaufen, kauft er in 9 von 10 Fällen den Rotwein. Ein anderes Beispiel:
Es gibt ein Inselland in Europa, seinen Namen verrate ich nicht.
Wenn sich dort ein Schachspieler entscheiden muß, ein Schachbuch zu
kaufen oder drei Gläser Whisky zu trinken, trinkt er in 9 von 10 Fällen
sechs Gläser Whisky, für die er bestimmt ein Schachbuch hätte kaufen
können, und dann nochmals drei Gläser Whisky. Der deutsche Schachspieler
kauft zunächst das Buch und zählt erst danach, wieviel Krüge Bier er
trinken hätte können (oder etwa nicht?)".
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Das Label von
Bunnahabhain zeigt einen heimkehrenden Seemann am Steuer seines
Schiffes und dem schottischen Balladen-Titel "Westering Home" |
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Vielleicht hat IM Attila Schneider keine persönlichen Reise- und Genuß-Erfahrungen in Schottland gemacht, denn dann wäre er sicherlich
auf die hervorragenden schottischen Distillate, den Single
Malt Whisky gestossen und hätte einer Degustation nicht aus dem Wege
gehen können. Insbesondere auf der schottischen Insel Islay gibt es
Single Malts, die nahezu jeder Whisky-Trinker mit geschlossenen Augen
erkennen kann.
"Die von Seetangduft gesättigte Luft und das besondere Klima der Insel
verleihen den Islay Malts ihren einzigartigen Charakter. Bunnahabhain
ist der sanfteste und subtilste unter den Islay Malts. Die
zurückhaltende Verwendung von Torf und das weiche Quellwasser der Insel
kreieren ein unverwechselbares Aroma. Ein großer Teil der Produktion
reift in ausgesuchten spanischen Sherryfässern und gibt dem Single Malt
von Bunnahabhain seinen besonders milden und weichen Charakter", so
beschreibt The Whisky Store den Islay-Malt.
Und was für den normalen Angelsachsen oder Westeuropäer eher wie eine
Wanderbaustelle der Sprache klingt, wäre für einen Ungarn wie Attila
Schneider, der
sicherlich an lange und unaussprechliche Worte von Kind an gewöhnt ist,
kein Problem. Der Single Malt Whisky Bunnahabhain kommt aus der Highland
Distillerie in Port Askaig von der Insel Islay. Sogar in Kramnik's Heimat,
dem eher dem Wodka-Genuss verschriebenen Russland, wird das schottische Erzeugnis in
den höchsten Tönen gelobt:
"Свое труднопроизносимое название эта марка получила от галльского
словосочетания «Boon-a-havn», что значит «устье реки». Действительно,
винокурня находится прямо на морском берегу, недалеко от того места, где
в него вливается небольшая местная речушка.
Как и многие другие, своим появлением винокурня обязана моде на виски
конца прошлого столетия, когда смешивание различных сортов с целью
получения новых смесей становилость все более и более популярным.
Поэтому нет ничего удивительного в том, что основной упор сразу был
сделан на продажу этого солода производителям купажированных марок.
В отличие от других винокурен, зародившихся стихийно, Bunnahabhain
строилась по четкому плану. Была выбрана местность, наилучшим образом
подходившая для начала производства, имеющая достаточные водные ресурсы
и маршруты для доставки сырья на винокурню. Сделано было все для
достижения максимального объема выпуска продукции."
Schachspielende Genußmenschen würden die Kaufentscheidung zwischen einer
Flasche Bunnahabhain und einem Schachbuch von Attila Schneider
wahrscheinlich eher ganz im Stil eines Springergabelangriffs auf Dame und König
lösen: Eine Flasche Whisky und ein Schachbuch, bitte sehr. (
Warnung: Alkoholmissbrauch ist
gesundheitsgefährdend. Genießen Sie in Maßen.)
Doch nun - ohne Whisky-Genuss - zurück zur Partie.
Kramnik zog im 9. Zug seinen Springer auf die Grundlinie nach e8 zurück
- diese Zugfolge (A73) wird selten gespielt. Leko griff am
Damenflügel an, nahm einen Isolani auf d4 sowie Doppelbauern auf der
B-Linie in Kauf, Kramnik hingegen hatte eine solide Bauernformation am
Damenflügel aufgebaut. Zunächst erfolgte Leko's Angriff am Damenflügel,
Kramnik verteidigte umsichtig. Danach gelang es Kramnik mit Schwarz, die
offene F-Linie zu aktivieren und einen Gegenangriff am Königsflügel zu
initiieren. Leko bemühte sich, die schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen,
dadurch hätte er das Problem seines Doppelbauern auf b2 elegant gelöst -
nur Kramnik machte ihm nicht den Gefallen.
Nach Damen- und Springerabtausch im 29. Zug war die Zeit für das Turm-
und Bauernendspiel gekommen. Beide Kontrahenten hatten noch jeweils 6
Bauern auf dem Brett, doch Kramnik's Bauernformation am Damenflügel war
sehr solide. Leko hingegen verfügte über zwei aktive Türme.
Theorie-Spezialist IM Attila Schneider kommentiert in seinem Buch "Die
komplette Moderne Benoni-Verteidigung": "Die sich aus der Modernen
Benoni-Verteidigung ergebenden Endspiele erfordern von Schwarz
präziseres Spiel, als die aus vielen anderen Eröffnungen entstehenden
Endspiele. Ursache dafür ist meistens die Schwäche des Bauern d6, die
Schwarz schon in der Eröffnung auf sich genommen hat".
Und in der Tat - das Endspiel war scharf und präzise geführt. Nach 55
Zügen hatte Leko Freibauern auf b6 und g5, WM und Titelverteidiger
Kramnik drohte mit Turm den Bauern auf b6 zu gewinnen und seinerseits
mit einen Freibauern von c3 zur Damenumwandlung durchzumarschieren. Im
60. Zug opferte Leko seinen Turm gegen einen Bauern. Dann marschierte
sein zweiter Freibauer auf der g-Linie, Kramnik konnte nur noch mit
Turmopfer den Bauern von der Umwandlung abhalten, im 65. Zug war der
spannende Kampf mit einem Remis zu Ende.
In der 14. und letzten Partie wird Kramnik das Alles-oder-Nichts-Gambit
spielen müssen, Leko genügt ein Remis zum Matchgewinn.
Zum Nachspielen auf der offiziellen Veranstalter-Webseite aus dem Centro
Dannemann: >>>Hier
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Partie |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
Stand |
|
Kramnik |
1 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
0 |
1/2 |
1/2 |
0 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
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6,0 |
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Leko |
0 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
1 |
1/2 |
1/2 |
1 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
1/2 |
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7,0 |
Von
Philosophen und Psychologen
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Verena Kast, geboren 1943, studierte Psychologie, Philosophie und
Literatur und promovierte in Jungscher Psychologie. Sie ist
Professorin für Psychologie an der Universität Zürich, Dozentin am
C.-G.-Jung-Institut in Zürich und Psychotherapeutin in eigener
Praxis. Verena Kast ist Vorsitzende der internationalen Gesellschaft
für Tiefenpsychologie. |
|
Wenn die Organisatoren der Schach-WM nach Carmen Kass
("Model of the Year 2003" und Präsidentin des Schachverbands von
Estland) auch noch Verena Kast ins Centro Dannemann einladen würden,
gäbe es für die Zuschauer nicht nur etwas für die Optik sondern auch für
den Geist. Und für die im Appenzell geborene und nun in Zürich lebende
Verena Kast wäre der Weg nach Brissago quasi ein Katzensprung.
Wenn nach den WM-Partien dann in der Presse-Konferenz
angesichts der vielen Unentschieden und ähnlicher Eröffnungen (die
geschlossene Ruy-Lopez-Eröffnung war zum wiederholten Mal auch in der
10. Partie auf der Tagesordnung) die Grenze vom Spektakel zur Langeweile
überschritten wird, könnte die Stunde von Professor Dr. phil. Verena
Kast schlagen. Die Psychologin, Verfasserin des Buchs "Das Recht auf
Langeweile" würde problemlos den Bogen vom Philosophen Friedrich
Nietzsche zur eigenen Forschung schlagen.
Als "Windstille
der Seele" bezeichnete der Philosoph Friedrich Nietzsche die Langeweile.
Er war der Ansicht, dass man ihr Stand halten, durch sie hindurch gehen
muss, damit sich dahinter etwas Neues auftut. Ganz ähnlich argumentiert
Verena Karst: Statt Ablenkung um jeden Preis, empfiehlt sie sich der
Langeweile zu stellen, sich geradezu auf sie zu konzentrieren. "Was will
mir die Langeweile sagen?", wäre also zu fragen. Es gilt die "lange
Weile" zu akzeptieren und zu nutzen, um zu den eigenen Interessen
zurückzufinden. Über kurz oder lang, erklärt die Psychologin, wird die
Fantasie aktiv werden, wird die Innenwelt von allein in Bewegung kommen.
Quelle:
Familienhandbuch. Literatur: Verena
Kast Vom Interesse und dem Sinn der Langeweile. Walter, 2001 ISBN
3-530-42111-1.
So kämen die Zuschauer in den Genuss einer
wissenschaftlich fundierten Erklärung der Langeweile - und die
Schachgroßmeister wären ob der wissenschaftlichen Schützenhilfe zum
Thema "Langeweile" dankbar, wenn sie dem zuhörenden
Publikum in der Nach-Analyse zum wiederholten Mal die Feinheiten des
Marshall-Angriffs erläutern müssen. Die zehnte Partie endete unentschieden.
Dahinter
steckt immer ein kluger Kopf
Die sonst so anspruchsvolle Zeitung mit dem bekannten Werbeslogan hat
ganz selten die Klugheit des Schachspiels im Kopf, sieht man einmal von
einer wöchentlich erscheinenden Kolumne von Roswin Finkenzeller ab.
Dort schreibt er über Gott und die Welt und das Leben, zum Ende schaffte
er es dann noch irgendwie, auf eine Schachpartie hinzuweisen.
Doch Peter Lekos sensationeller Sieg über Kramnik in der achten
WM-Partie scheint sich nun offensichtlich auch bis in die Stuben der
Sportredaktion herum gesprochen zu haben.
Grund genug, dies zu würdigen.
So schreibt die FAZ am 9. Oktober:
Partie für die
Schachgeschichte:
Kramnik fällt Lekos Angriff zum Opfer.
Natürlich sei er enttäuscht, sagte Wladimir Kramnik nach Ende der
achten WM-Partie, aber es sei besser, so zu verlieren, denn dieses
Spiel werde in die Schachgeschichte eingehen. Als Peter Leko im 26.
Zug mit der Dame ins weiße Lager eindrang, glaubte der Russe
zunächst, sein Herausforderer habe einen versteckten Weg zum Remis
entdeckt. Nach und nach begriff Kramnik, daß ihm ein Zug fehlte, um
seinen Plan zu krönen, und er statt dessen Lekos Angriff zum Opfer
fiel. Anders als in den vorangehenden sieben Partien dieser WM im
klassischen Schach gingen beide mit Risiko zur Sache. Kramnik ließ
das scharfe Marshallgambit zu und brachte Leko mit seinem selten
gespielten 16. Zug ins Grübeln. Nach seiner Erwiderung hatte der
Ungar die Hälfte seiner Bedenkzeit aufgebraucht, während Kramnik
weiterhin schneller als sein Herausforderer agierte. Offenbar folgte
er einer Vorbereitung, die sich aber als löchrig erwies. Fixiert auf
ein defensives Damenopfer, verpaßte er zwei Chancen, die Partie zu
retten. Daß die Dame seines Gegners auf einem Feld eindrang, das
einen Zug zuvor noch von dessen Läufer besetzt war, ist eine
mögliche Erklärung für Kramniks Fehlkalkül. In den verbleibenden
sechs Partien benötigt er zur Titelverteidigung einen Sieg mehr als
Leko, der nun mit 4,5 : 3,5 führt. (fan.) |
Die
World Chess Championship - Spiel #9:
Indeed a
draw, it's a shame.
GM Rainer Knaak, aus dem Live-Kommentator zum Remis im 9. Spiel.
Spielstand: Kramnik - Leko 4 - 5 Punkte.
[9. Oktober 2004 - 18:20]
Direkter Link zur offiziellen Webseite:
World Chess
Championship Peter Leko - Wladimir Kramnik
Die
World Chess Championship: Der Untergang der Titanic.
 |
|
|
Lieutenant William McMaster
Murdoch: Rettungsmaßnahmen auf der Titanic |
|
In der achten Partie der Schach-WM standen sich die Kontrahenten mit
jeweils 3,5 zu 3,5 Punkten in einem ausgeglichenen Score gegenüber,
Leko musste mit den schwarzen Steinen volles Risiko spielen, Kramnik
konnte sich ein weiteres Unentschieden mit den weißen Figuren leisten.
Kramnik wählte wie schon in diesem Match zuvor die geschlossene
Variante der Ruy-Lopez-Eröffnung. In einem dynamischen Angriff am
Königsflügel übte Leko Druck auf Kramniks Stellung aus, doch Leko
brauchte dafür eine Stunde mehr Bedenkzeit. Nach 23.Qf2 ergab sich die
unten rechts abgebildete Position.
Spätestens jetzt musste FIDE-Weltmeister Wladimir Kramnik sich wie
Kapitän Smith auf der unheilvollen Jungfernfahrt der Titanic
vorkommen. Der Eisberg war gesichtet, nach nur 37 Sekunden seit dem
Alarmruf "Eisberg voraus" schrammte er ein Loch am Steuerbord in das
als unsinkbar geltende Luxusschiff - der Anfang vom Ende.
Der Untergang I: "23.40 Uhr - Die 'Titanic' fährt mit 21,5 Knoten.
Plötzlich erkennen die Ausguckmänner einen Eisberg in etwa 500 Meter
Entfernung direkt voraus; er ragt 15-18 Meter über das Wasser.
 |
|
|
Position nach 23. Qf2.
Schwarz am Zug:
Wie gewinnt Peter Leko mit Schwarz? |
|
Sie
betätigen sofort dreimal laut die Alarmglocke und rufen zur Brücke
hinunter: "Eisberg rechts voraus!" Der Sechste Offizier Moody
auf der Brücke bestätigt den Alarm und gibt die Meldung an den Ersten
Offizier Murdoch weiter, der instinktiv dem Steuermann 'hart Steuerbord'
zuruft und den Maschinenraum anweist, die Maschinen zu halten und dann
volle Kraft zurückzufahren.
Dann betätigt Murdoch den Hebel, der die wasserdichten Schotten unter
der Wasserlinie schließt. Der Steuermann dreht das Rad, so schnell es
geht. Die 'Titanic' giert nach Backbord, doch der Eisberg trifft die
Bugseite an Steuerbord, schrammt das Schiff entlang und verschwindet
wieder in der Nacht.
Mitternacht: Nach Unterrichtung von Kapitän Smith, der jetzt auf der
Brücke steht, daß Wasser in die Laderäume 1, 2 und 3 und in den
Kesselraum 6 fließt, besichtigt er den Schaden rasch zusammen mit Thomas
Andrew. Dabei bittet er Andrew um eine Lagebeurteilung. Nach Andrews
Berechnungen kann sich das Schiff nur noch eine bis eineinhalb Stunden
halten. Der Bug der 'Titanic' fängt an zu sinken.
Das Schiff ist zum Untergang verurteilt. Kapitän Smith befiehlt, über
den Schiffsfunk den Notruf CQD abzusetzen. Geschätzte Position der
'Titanic': 41°46'N, 50°14'W. Die Kessel werden stillgelegt, aus den
Schornsteinen entweichen mit lautem Getöse riesige Dampfwolken. (Quelle:
Der Untergang der
Titanic)
Der Untergang II:
Nach 23.Qf2 ging es dann Schlag auf Schlag wie weiland auf der Titanik: Kramnik
machte wie zuvor Lieutenant Murdoch die Schotten dicht um einen
weiteren Wassereinbruch zu verhindern, opferte seine Dame,
drohte mit einem Freibauern auf a6 die Rückgewinnung per
Bauernumwandlung. Doch Leko spielte konsequent weiterhin auf Angriff.
Der Schlusspurt: mit 2 Minuten und 40 Sekunden verbleibender
Bedenkzeit zog Leko 32. h4, griff damit den Springer als zentrale
wichtige Verteidigungsbastion an - Kramniks Position fiel
wie die Titanic dem Eisberg zum Opfer.
Er hatte noch 45 Minuten verbleibende Bedenkzeit, doch Lekos
Angriffsposition war einfach zu übermächtig geworden. Leko geht damit
erstmals in diesem WM-Match mit 4,5 zu 3,5 Punkten in Führung.
Play it again: Diese sehenswerte Partie können Sie
>>>hier
nachspielen. (Auch für Theorie-Ignoranten geeignet).
[Donnerstag, 7. Oktober 2004 18:45 Uhr]
Direkter Link zur offiziellen Webseite:
World Chess
Championship Peter Leko - Wladimir Kramnik
Mitgliederbestand: Erbarmen die Hessen kommen:
| Im Hessenschach-Newsletter vom
6. Oktober 2004 schreibt Hans-Dieter Post:
MITGLIEDERBESTAND: Erbarmen die Hessen kommen!
Oh Badenser, Ihr ewigen Vierten in der Liste der
mitgliederstärksten Landesverbände, zieht euch warm an, denn
Hessen hat mächtig aufgeholt! Weniger als 200 Mitglieder noch, und
Hessen ist endlich die ewige Position 5 los, die uns stets
zusätzliche heiß begehrte Qualifikationsplätze bei Deutschen
Meisterschaften kosten. Einfaches Prinzip: wenn jeder Verein nur
ein Mitglied bis Ende des Jahres findet, passiv oder aktiv, dann
sind wir an Baden vorbeigezogen! Aber auch innerhalb Hessens ist
einiges in Bewegung und ein signifikanter Überholvorgang droht:
Weniger als 100 Mitglieder trennen den Bezirk Main-Taunus noch von
der Pole Position in Hessen (1188), obwohl auch der bislang größte
Bezirk Main-Vogelsberg kräftig zulegen konnte (1275). Am stärksten
beteiligt an diesem Zuwachs zwischen Frankfurt und Wiesbaden sind
der SV Hofheim (119), der SC Steinbach (115) und jüngst auch der
SC Frankfurt West (96). Aber selbst diese werden noch
übertroffen vom SC Bad Soden, dem größten hessischen Verein mit
122 Mitgliedern. Da kommt einem irgendwie zwangsläufig der
Aprilscherz von vor x- Jahren in die Erinnerung, als ein
Großverein ZSKA Frankfurt (oder war es doch Torpedo Rhein-Main),
gebildet aus Schöneck, Offenbach und der FTG das Licht der
Vereinlisten- Welt erblicken sollte. Aber es sind natürlich nicht
nur die Großen, die für einen Schub gesorgt haben, sondern es sind
auch viele Anmeldungen von kleinen und mittleren Vereinen
eingegangen, wobei im Jugendlichen- Bereich die meisten Neulinge
vertreten sind. Und auch ein gänzlich neuer Schachverein hat sich
zum Spielbetrieb angemeldet: der CSC Mainz-Wiesbaden 04 wird
zukünftig dem Bezirk Rhein-Taunus angehören." |
Der
erste Spieltag für Bad Soden 5
Groß-Gerau 3 - Bad Soden 5 am 26. September
Endlich war der lang ersehnte erste Spieltag da. Stefan Schmieder und
Frau Kappellusch waren die Fahrer. Die Fahrt verlief ohne Probleme bis
wir in Groß-Gerau antrafen. Dort drehten wir am Anfang im wahrsten Sinne
des Wortes auf der Stelle hin und her. Als wir dann ein paar Passanten
nach dem Weg gefragt haben konnten wir unser Ziel mit nur ein paar
kleinen Verfahrern erreichen. Als wir ankamen stellte sich heraus, dass
Stefan Kapellusch's Gegner nicht anwesend ist und, dass deshalb dieser
Punkt kampflos gewonnen war. Am Ende hat unsere Mannschaft mit 3,5 zu
2,5 Punkten gewonnen und man konnte sagen, dass sich das hin und her
Fahren gelohnt hat. [Dimitrij Lintchuk 5. Oktober 2004]
Die
Arbeitszeitverkürzung
In der sechsten Partie des WM-Matches einigten sich die Gegner schon auf
ein frühzeitiges Remis, er"matt"et suchten sie eher nach einer Ruhepause
als nach einer Gewinnlösung. Heute Montag (4.10.2004) ist schon Ruhetag,
also gab's einen frühzeitigen Feierabend. Arbeitszeitverkürzung nennt
man das im normalen Leben.
Der
Kommentar.
Die fünfte Partie des WM-Matches zwischen Peter
Leko als Herausforderer und Wladimir Kramnik als Titelverteidiger im
Centro Dannemann in Brissago brachte der Fachwelt und mit ihnen den
Live-Kommentatoren einige Besonderheiten. Erstmals in diesem Match
wählte Leko mit Weiß eine Eröffnung mit d4.
Der Kommentator, IM Jacob Aagaard (ELO 2431) aus
Dänemark,
war sichtlich überrascht, dies zeigte sich im weiteren Partieverlauf an
einigen Aussagen.
Hier ist eine chronologische Auswahl:
Leko muss
zwei Partien gewinnen, und das in 10 Partien gegen einen Burschen, der
noch keine WM-Partie verloren hat und einmal 75 Partien gegen Spieler
der Weltspitze ohne einen einzigen Partie-Verlust spielte. Es wäre ein
sensationeller Erfolg wenn es jetzt Leko ein Sieg gelänge.
Über die Technik: Lekos Stärke ist seine
überragende Technik, aber hier ist Kramnik unvergleichbar und es
erscheint unmöglich, dass Leko in der Lage ist, ausgeglichene Stellungen
nur aufgrund besserer Technik zu gewinnen.
Jetzt geht's los, es ist die Meran-Verteidigung im
Damengambit... Ich glaube nicht, daß Weiß in der Lage ist, mit dieser
Theorie-Wahl einen
wirklichen Druck auf Schwarz auszuüben, aber Lekos Chancen in dieser Variante sind besser als in der Petroff
Verteidigung.
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|
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Leko (Weiß) gegen Kramnik
(Schwarz): Brissago 2004 Runde 5:
Position nach 15. ...a6 |
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Meine Live-Kommentare verlangsamen sich um etwa 60
Sekunden, bevor sie den Server erreichen, da ändert sich ja sogar die
Schachtheorie schneller.
Schach ist unglücklicherweise etwas langweilig
während der ersten 30 - 60 Minuten einer Partie - zumindest für die
Zuschauer.
Beim 13. Zug: Ich wundere mich, weshalb Leko darüber nachdenkt. Offensichtlich erreichte die Partie eine höchst
wahrscheinliche Position, die aus der Vorbereitung eigentlich bekannt
sein müßte.
Schwarz hat jetzt viel Raum und seine Figuren sind
aktiv, deshalb würde Weiß nie einen taktisch geprägten Kampf gewinnen.
Kramnik würde nie ein Spiel auf diese Art und Weise
verlieren, das weiss Leko. Deshalb müßte er eigentlich etwas eher
agressiv oder kompliziert spielen.
Leko hat die Partie sehr schnell begonnen und war
da 20 Minuten besser auf der Uhr. Jetzt hat er 8 Minuten mehr Bedenkzeit
verbraucht als Kramnik. Es scheint, als ob er nicht sehr konzentriert
bei der Sache sei.
Mein FRITZ-Schachprogramm läuft auf einem mit 2400
Megahertz getakteten Computer. Dem Analyse-Programmteil habe ich sogar
600 Mega-Byte Random-Access-Memory zugeordnet.
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GM Peter Leko
(beim Chess Classic Mainz 2003) |
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Es scheint als ob die Uhren in der Schweiz
schneller ticken als anderswo. Leko ist jetzt bei seiner verbleibenden
Bedenkzeit auf 1:24 Stunde - und das in einer sehr bekannten und
voraussagbaren Stellung.
Ich würde jetzt jedem Glücksspieler raten, Geld auf ein Remis zu
wetten. Leko wird nicht in der Lage
sein, wirklichen Druck auf Kramnik auszuüben, wenn er so in Zeitnot ist.
Er wird wahrscheinlich wieder Angst haben und keine Risiken eingehen.
Das haben wir bereits in diesem WM-Match gesehen.
Endlich kommt auch das FRITZ-Schachprogramm mit dem
Ergebnis heraus, dass 14. b4 der beste Zug wäre. Wer weis, ob Leko dies
auch einfällt?
Ich bin mir nicht sicher, ob die Informationen vom
Centro Dannemann, dem Veranstaltungsort, korrekt sind. Ich habe mich
jedoch im Internet Chess Club vergewissert, und dort sind auch erst 13
Züge gespielt.
Das FRITZ-Programm braucht nun viel länger für die
Berechnungen, die Positionsbewertungen verändern sich überhaupt
nicht. Die aktuellste Bewertung von FRITZ kam nach 25 Minuten
Rechenzeit.
Ich habe während der 4. Partie herausgefunden, daß
der Kommentator oft Züge kennt, die ich nicht gesehen habe. Deshalb habe
ich von Zeit zu Zeit meine Internet-Verbindung unterbrochen und neu
gestartet. Das verschafft mir glaube ich die neuesten Züge schneller,
aber ich verstehe nicht weshalb das so ist.
Es ist kaum zu verstehen, weshalb Leko sich
entschieden hat, seine ganze Bedenkzeit zu investieren um Verbesserungen
der Standard-Theorie zu finden.
Leko hat offensichtlich 1.d4 in seiner Vorbereitung
durchgearbeitet. Es ist ein sehr natürlicher Zug für ihn, so dass es
schon Sinn macht. Aber seine Zeitverschwendung hier in der Partie ist
schon unglaublich.
Hoppla, jetzt haben wir als der offizielle
Webserver für die WM, endlich mit dem Internet Chess Club zeitlich
gleich gezogen. Ich hatte doch tatsächlich geglaubt, sie wären uns einige
Züge voraus *staunend*.
Wenn sich die Leute darüber unterhalten daß
WM-Partien langweilig sind, so kommt das daher, daß es sehr viele
Unentschieden gibt oder der Spielverlauf ist technisch anspruchsvoll.
Diese heutige Partie ist offensichtlich nicht viel anders. Aber die
wirkliche Kritik liegt darin, dass dieses Spiel langweilig ist, weil
es bisher nur reine Theorie war und überhaupt noch nicht begonnen hat,
ein Zweikampf zu sein.
Leko spielt jetzt 16. Lxa6. Das ist etwas traurig.
Das Läuferopfer sieht sehr eindrucksvoll aus, aber es gibt keine
wirkliche Gefahr für Schwarz in dieser Position.
Schwarz begibt sich ganz bewußt in ein Endspiel
mit einem Bauern weniger. Offensichtlich will Kramnik niemals gewinnen,
aber er sollte auch nicht verlieren.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leko in dieser
Position Kramnik in ernsthafte Schwierigkeiten bringen könnte.
Hmm, die Theorie läßt mich im Stich. Schwarz kann
mit Le2-c4 ausgleichen.
Leko gewinnt einen Bauern, aber wenn ich mich nicht
täusche, nicht die Partie.
Weiß (Leko) hat ein Problem. Seine Leichtfiguren
sind schlechter als die Leichtfiguren von Schwarz, aber ein Austausch
würde ihm nur ein remis-trächtiges Turmendspiel bringen.
Um ehrlich zu sein, ich glaube überhaupt nicht, daß
ich dieses Endspiel verlieren würde, nicht einmal gegen Leko. Obwohl das
eine Herausforderung wäre.
Ich würde jetzt von Kramnik erwarten, daß er lange
über seine Züge nachdenkt, mindestens 10 Minuten, wahrscheinlich sogar
15 Minuten. Er will ganz sicher sein, dass er den absolut zuverlässigen
Weg findet um dieses Endspiel zu verteidigen. Er weis daß er nicht
verlieren sollte - und nun muß er die beste Verteidigung finden.
Zur gleichen Zeit ist FRITZ vergnügt im
Wolken-Kuckucksland, wo ein Bauer gegen hartes Bargeld getauscht
werden kann. Aber hier in der realen Welt geht der Kursverfall rapide
nach unten.
Für alle Zuschauer, die sich etwas verwundert
die Augen reiben: Nach 2 Stunden und 22 Minuten Bedenkzeit sind die
Spieler immer noch nicht von den bekannten Theorie-Varianten abgewichen.
Der 16. Zug Lxa6 war genau der Zug, um alle
Bedenken von Schwarz zu zerstreuen, sagt die Theorie. Und ich glaube,
diese Theorie ist korrekt. Doch Fritz wird immer optimistischer über die
Chancen von Weiß. Da ich nicht gegen Fritz gewinnen kann, respektiere
ich seine Meinung.
Wir haben einen neuen Zug!
Ich muß mich für die Verzögerungen entschuldigen,
denn meine Kommentare erreichen jetzt gerade erst den Server. BT
(British Telecomms) scheint besonders viel Datenverkehr zu haben und
meine Verbindung ist etwas langsam.
Es ist überhaupt nicht vorstellbar, daß Schwarz in
Schwierigkeiten steckt. Doch vielleicht scheint es so zu sein, daß sich
die Chancen von Weiß mit dem Doppelbauern verbessert haben.
Entschuldigung - aber wir haben eine Attacke auf
den Server (Computer).
Jetzt scheint das wieder behoben zu sein. Es war
ein Hacker-Angriff gegen den Server, aber das sollte wieder OK sein.
Doch die Spielposition ändert sich kaum in der
Bewertung, damit können wir leben.
Es scheint mir, daß Leko nicht wirklich glaubte, in
dieser Position Gewinnchancen zu haben. Deshalb zog er seinen Bauern vor
der Zeitkontrolle vorwärts.
Hoffentlich funktioniert die Computertechnik wieder
und meine Kommentare erreichen den Server nur mit wenigen Sekunden
Verspätung.
Ja, wir haben's geschafft!
Mein FRITZ-Programm zeigt nun einen Vorteil von
+1.97 für Weiß. Aber wir kennen alle das Problem, daß der Computer nicht
weiss, welche Positionen Remis sind und welche nicht.
Schwarz kann immer noch ein Remis holen mit ...Lg3
in dieser Position, aber ich bin mir nicht sicher.
Jetzt ist Schwarz in Zugzwang. Jetzt hat sich
Kramnik für eine andere Verteidigung entscheiden, es ist nicht mehr so
wichtig. Tatsächlich scheint das überhaupt keine vernünftige
Verteidigung zu sein.
Es wäre sicherlich nicht unfair zu erwarten, daß
der Weltmeister bald die Partie aufgibt
Ich habe überhaupt niemals geglaubt, daß ein so
legendärer Verteidiger wie Kramnik dieses Endspiel verlieren würde.
Dabei hat es alles so harmlos begonnen.
Der Schlüssel zu Lekos Erfolg in dieser Partie war
sicherlich die wundervolle kleine Kombination mit 55. e6+ BF6 56 e7!.
Hat Kramnik das einfach übersehen?
Jetzt bleibt nur noch die Gratulation für Lekos
Sieg und vielen Dank aus Glasgow. (Soweit die Kommentare von GM Aagaard.
Quelle: Offizielle Live-Kommentare auf dem Centro Dannemann Webserver).
Peter Leko gewann die 5. Partie 1-0, Kramnik gab
nach dem Zug 69. Kf7 auf. Das WM-Match im Centro Dannemann in Brissago
steht jetzt ausgeglichen 3:3. Diese Partie können Sie ohne Kommentare in
Ruhe >>>hier nachspielen.
Das
Dannemann-Gambit.
Der deutsch-brasilianische Tabak-Firmen-Gründer Gerhard (Gerardo)
Dannemann würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er erfahren
würde, dass bei dem vom Centro Dannemann in Brissago gesponserten
Mega-Event der Schach-WM ausgerechnet die Kontrahenten Kramnik und Leko
ein raffiniertes Produkt-Placement betreiben, das der
Dannemann-Konkurrenz Vincent & Tampa Cigar Company alle
Ehre bereitet.
 |
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Konkurrenz für Dannemann?
Ruy Lopez Cigar von Vincent & Tampa Tabakfabrik, Ybor City, Florida |
|
Lange Jahre galt Vincent & Tampa's Heimatort Ybor City bei Tampa,
Florida, als die Zigarren-Hauptstadt der Welt.
Aus dieser Fabrik
stammt ein Produkt, das in den Cigar-Shops von den USA bis nach China
und Japan bekannt war, die legendäre Ruy Lopez Cigar. Mit 150mm Länge
und 15.1 mm Durchmesser bietet diese Zigarre einen milden bis
mittelstarken Rauchgenuß mit einem würzigen Abschluss.
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Ruy Lopez de Segura
(1530-1580) |
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Als nun Wladimir Kramnik mit seinem Läuferzug Lb5 die historische und
gleichermassen
theoretisch-fundierte Ruy-Lopez-Eröffnung wählte, hatte er sicherlich
nicht den Duft einer wohlschmeckenden Ruy-Lopez-Cigar in der Nase oder
im Sinn - und die Wahl der Eröffnung sollte sicherlich keine
Assoziationen mit Dannemanns Konkurrenz wecken.
Glücklicherweise ist die Ruy-Lopez-Eröffnung nicht nach der
Ruy-Lopez-Zigarre benannt, sonst wäre ein handfester Eklat in Brissago
fällig gewesen, ähnlich wie ihn der Präsident des Deutschen
Schachbundes, Schlya, schon einmal anlässlich des Champions Dinner am
Vorabend der Chess Classic Mainz 2004 vor versammelten Publikum und
Journalisten praktizierte.
Es ist nicht überliefert, ob Namensvetter Ruy Lopez de Segura ein dem
Zigarren-Konsum verfallener Genießer war, sicher ist aber unzweifelhaft,
dass der von 1530 bis 1580 lebende Spanier einer der genialsten
Schachspieler seiner Zeit war. 1559 spielte Ruy Lopez am Hof des Königs
Philipp II. von Spanien gegen die damals besten italienischen
Meister-Schachspieler Leonardo und Boi. Bei dieser Gelegenheit
konfrontierte er seine Gegner mit seiner eigenen Erfindung in der
Eröffnung und zog in der Italienischen Partie seinen weißen Läufer nicht
wie bis dahin üblich nach c4 sondern nach b5. Fortan bezeichnen
Schachenthusiasten diese Variante als Spanische Partie oder auch als
Ruy-Lopez-Eröffnung.
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Kramnik (Weiß) gegen Leko
(Schwarz): Brissago 2004 Runde 4:
Position nach 16. ...g6 |
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In der vierten Partie des WM-Kampfes im Dannemann Centro wählte Kramnik die Ruy Lopez oder Spanische Eröffnung.
Doch dieses Mal war Peter Leko mit den schwarzen Figuren nicht auf ein
bequemes Unentschieden aus und es entwickelte sich eine sehr
positionell geprägter Kampf.
In der geschlossenen Variante der Ruy-Lopez-Eröffnung nahm die Partie im
Anti-Marshall-System (C88) einen Verlauf, den schon Alexander Grischuk,
ORDIX-Open-Gewinner bei den Chess Classic Mainz 2004 gegen den
51jährigen slovenischen Großmeister Alexander Beliavsky bei der FIDE-WM
in Tripolis im Juni 2004 spielte. Diese Partie endete unentschieden.
In einem Endspiel mit jeweils zwei Türmen hatte Kramnik zwar einen
Mehrbauern auf der freien d-Linie, doch Leko positionierte seine beiden
Türme strategisch geschickt und zwang Kramnik trotz Materialvorteil zu
einer gewissen Immobilität seiner Figuren.
Als sich kein Durchkommen abzeichnete, einigten sich die Kontrahenten
nach hartem Positionskampf im 42. Zug auf ein Unentschieden.
So lieferte die vierte Partie im WM-Match zwischen Kramnik und Leko das
dritte Remis, Kramnik führt nun mit 2,5 gegen 1,5 Punkten. In den
verbleibenden 10 Partien muß Peter Leko dringend einen oder besser noch
2 Punkte einfahren, um als Herausforderer den WM-Titel zu gewinnen.
Falls es nach 14 Partien immer noch unentschieden steht, behält Wladimir
Kramnik (wie bei Box-Weltmeisterschaften üblich) seinen Titel.
Peter Lekos
Sehnsucht nach dem ersten Sieg im WM-Match ähnelt dem Wunsch eines Zigarrenliebhabers nach dem
Genuß einer legendären Ruy-Lopez-Cigar - doch diese ist
schon seit geraumer Zeit ausverkauft und nicht mehr erhältlich. [30.9.2004]
Da
Capo al Fine in Brissago?
Im dritten Weltmeisterschaftsmatch zwischen Wladimir Kramnik (Russland)
als Titelverteidiger und Peter Leko (Ungarn) als Herausforderer gab es
wieder ein Déjà-vu Erlebnis - oder wie Komponisten anzumerken
belieben D.C.A.F., das gleiche noch einmal bis zum Schluss.
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Blick auf Downtown
Vancouver, English Bay und Stanley Park |
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Nun sind einige Schachspieler auch musikalisch begabt, so kam es auch
schon mal vor, daß unser früheres Vereinsmitglied und Spitzenspieler der
ersten Mannschaft aus der Slovakei, Marion Miklas, vor einer
Turnierpartie sich an das Klavier setzte und einige Sätze aus der
Ungarischen Rhapsodie spielte, bevor er dann am Brett die Englische
Eröffnung hinzauberte.
Auch Mark Taimanov, der als WM-Herausforderer in
Vancouver (Kanada) 1971 gegen keinen geringeren als Bobby Fischer aus
den USA antrat, war neben seinen Künsten als Schach-Großmeister auch als
Klaviervirtuose in den Konzertsälen der Welt bekannt. Nach seinem 6:0
Kantersieg über Mark Taimanov bemerkte Bobby Fischer auf die Frage eines
befreundeten Großmeisters, was er denn vom Spiel seines Kontrahenten
halte, ganz boshaft: "Ich glaube, der spielt ganz gut Klavier".
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Blick auf den Lago Maggiore
von Cardada / Locarno aus |
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In Brissago tendieren auch die beiden Schachkontrahenten zu
musikalischen Grundsätzen und spielen zum wiederholten Mal die Russische
Verteidigung, die hier an den Gestaden des Lago Maggiore eine Art
Renaissance auf Top-Niveau erfährt.
Wie auch in der ersten Partie wählte Kramnik mit Schwarz die Russische Verteidigung.
Und wie schon in der ersten Partie gesehen, kamen diesmal bis zum 16.
Zug die identischen Züge von schwarz und weiß aufs Brett. Musikliebhaber
erfreuen sich ob dieser Wiederholungen, kann sich doch auf diese Weise
eine Melodie besser ins Gedächtnis einprägen. Ravel's Bolero ist hierfür ein
geeignetes Beispiel. Aber für einen Schach-Weltmeisterschaftskampf droht
nicht nur die 08/15-Routine, sondern auch die damit verbundene
Langeweile.
Als Kramnik schon früh einen
Damentausch forcieren will (Dc2 - eine Neuerung der Theorie), lässt Leko seine Dame zunächst auf d1 stehen und
entwickelt im 19. Zug seinen Springer mit Sd4. Im 21. Zug kam dann Lekos
Angriff auf den am Rande postierten Springer, dessen Bewegungen
vollkommen eingeschränkt waren. Kramnik dachte nun immerhin fast 21
Minuten über seinen nächsten Zug nach. Nach Figurenabtausch hatten die
Kontrahenten noch beide Türme sowie ungleichfarbige Läufer auf dem Brett
und Lekos Bauern am Damenflügel sind besser entwickelt. Die Spieler
eiferten hier den Komponisten nach, Remis, da capo al fine.
Schachspieler pflegen sich bei einem Remis kurz in die Augen zu schauen,
vielleicht wird das Wort "Remis" in der jeweiligen Sprache gemurmelt,
man schüttelt sich zum Einverständnis die Hand, unterschreibt das Partieformular und steht
mit unbewegter Mine auf und verläßt den Ort des Geschehens.
In seltenen Fällen kann auch mal eine Bestrafung folgen: So hat ein
weltbekannter Spieler der Top-10-Weltspitze nach einem für ihn nicht
standesgemässen Remis schon mal seinem Sekundanten eine kräftige
Ohrfeige verpasst.
Musiker
müssen jedoch im Gegensatz zu Schachspielern - wenn schon alles gespielt
und gezeigt wurde - dann noch mal alles geben
und die Wiederholungen der Partitur auf höchstem Niveau durchspielen, eben da capo al
fine.
Kramnik
führt im WM-Match nun nach drei Partien mit 2:1 Punkten. Die Partie zum Nachspielen
finden Sie
>>>hier [28.9.2004]
Der
Auftakt.
Die Mannschaftskämpfe des MTS-Bezirks wurden am Sonntag, den 26.
September 2004 mit den Spielen der ersten Runde gestartet.
Die zweite Mannschaft von Bad Soden traf zum Auftakt auf
Hattersheim 4. Roland Bettenbühl und Robert Ackermann mussten volle
Punkte abgeben, Hegner und Götting gewannen ihre Partien, Kenk
remisierte. Die Geschwister Leach an Brett 7 und 8 spielten erstmalig
nach ihren guten Vorjahresleistungen quasi in der Generationenbrücke
zusammen mit ihrem Großvater in der zweiten Mannschaft. Sehr zur
Überraschung gewannen Julien Leach und Christoph Leach volle Punkte
gegen Dorczuz und Mitze.
In der vierten Mannschaft hatte Bad Soden voll auf Frauen-Power
gesetzt, als sie gegen Nied 3 antraten.
Else Mangold holte an Brett 1 ein Remis, Straube gewann kampflos und
Kevin Gram musste gegen Abbé einen Punkt abgeben.
An Brett 5 und 6 kamen die Newcomers Kerstin Seidl und Daniela Klotz
erstmals unter Turnierbedingungen zum Einsatz.
Kerstin Seidl verlor gegen den starken Senior Gustav Woelfel (DWZ
1382), sammelte jedoch wertvolle
Erfahrungen. An Brett 6 machte Daniela Klotz gegen Leonidis mit einem
Sieg dann alles klar zum 3,5 zu 2,5 Gesamtsieg.
Wie sie
ausgegangen sind, lesen Sie hier:
Saison
2004/05 Runde 1 - Einzelergebnisse aller Bad Sodener Spieler
Saison 2004/05
Runde 1 - MTS-Ergebnisse aller Vereine
Die
Konsolidierung
Im WM-Match zwischen Kramnik und Leko wurde am Sonntag, den 26.
September 2004 die zweite Partie gespielt. Nach 18 Zügen einigten sich
die Kontrahenten auf ein Remis, Peter Leko konnte seine Match-Bilanz
konsolidieren und ist mit den Schwarzen Figuren zumindest nicht weiter
ins Hintertreffen geraten. [27.9.2004]
Der
Verzicht.
Kaum ein Mensch könnte nachvollziehen, wenn das Internationale
Olympische Kommitte die Olympischen Spiele 2004 in Athen ohne die
Symbolik der 5 Ringe organisiert und vermarktet hätte. Der
Weltschachverband FIDE hat beim WM-Match in Brissago aber ähnliches
geleistet. Unbeeindruckt von jeglichem Anspruch auf Marketing- und
Organisations-Kompetenz überlässt die FIDE die WM-Organisation anderen
handelnden Personen und tritt konsequenterweise überhaupt nicht in
Erscheinung.
Der WM-Kampf ist als "CLASSICAL WORLD CHESS
CHAMPIONSHIP 2004" tituliert, der Gewinner tritt aber danach gegen den
Sieger der Begegnung Kasparov-Kasindschanow an. Ist also der
Brissago-Gewinner Weltmeister, Herausforderer oder was? Im Regelwerk der
Brissago-Wettkämpfe ist in keinem einzigen Satz auf die FIDE Bezug
genommen: Das Match findet nach den "current Laws of Chess" statt,
keinerlei Hinweise auf die FIDE-Schachregeln.
Die Schiedsrichter Dr. Markus Angst aus der Schweiz, Dr. Andrzej
Filipowicz aus Polen und Albert Vasse aus den Niederlanden treten als "Arbiter
Committee" auf - ihre Mehrheitsentscheidungen sind bindend für das
Match. Sponsor der Veranstaltung ist die Schweizerische Tabakfirma
Dannemann, vertreten durch Christian Burger. Als Organisatoren tritt das
"CENTRO DANNEMANN" in Brissago, Switzerland auf, und zwar mit
offizieller Genehmigung der ACP (Association of Chess Professionals).
Diese wiederum wird durch GM Joel Lautier, Präsident der ACP, als
Turnierdirektor vertreten.
Bei der offiziellen Eröffnung des WM-Matches traten die Repräsentanten
des Schachsports auf: Kramnik und Leko als Spieler, Lautier als
ACP-Präsident, Hans Leusen als Sponsoren-Vertreter. Als Ehrengast war
der 12. Weltmeister der Schachgeschichte, Anatoli Karpov präsent.
Konsequenterweise schweigt die FIDE auf der offiziellen Webseite auch
über das brisante Brissago-Match. Statt dessen lässt sie die Katze aus
dem Sack und offenbart ihre Organisationsschwächen, indem die
Angebotsfrist für die Veranstaltung des nächsten sogenannten WM-Kampfes
mangels Nachfrage seitens der potentiellen Veranstalter verschoben wird:
Die
Steilvorlage.
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Ferrari-Fahrer und Fußball-Guru
Günter Netzer mit Ehefrau Elvira:
Gelegentlich zu Gast in Bad Sodens Altstadt. Foto: Bongarts |
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Mit dem heutigen (25. September 2004) Auftakt-Match um die FIDE-Schachweltmeisterschaft in Brissago (Schweiz) zwischen Wladimir
Kramnik (Rußland) und Peter Leko (Ungarn) bekam der Webmaster dieses
Portals journalistisch gesehen gleich eine zweifache Steilvorlage, wie
man es sonst nur von Fußball-Guru und gelegentlichem Gast in Bad Soden,
Günther Netzer ("Aus der Tiefe des Raums") gewohnt ist.
Erstens werden
schachliche Kommentare und Analysen von keinem Geringeren als GM
Artur Jussupow geliefert, zweitens wählte Titelverteidiger Wladimir
Kramnik mit den schwarzen Steinen die russische Verteidigung als eine
aggressive Variante gegen die Eröffnung mit e4.
Wir erinnern uns: Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Schachclub
Bad Soden vor genau 2 Wochen hatte der Club GM Artur Jussupow zu einer
Trainings- und Simultan-Veranstaltung nach Bad Soden eingeladen. Und
dann wurden die nahezu 50 Teilnehmer am Trainingsseminar vom
Chef-Theoretiker der Russischen Verteidigung persönlich in die
Geheimnisse und Hauptvarianten eingeweiht. Spätestens mit dem
WM-Auftakt-Match hatte Jussupow nachträglich alle Skeptiker widerlegt,
die die Russische Verteidigung als nicht mehr ganz zeitgemäß einstufen
wollten.
Mit den schwarzen Steinen wählte Kramnik mit der Russischen Verteidigung eine aggressive
Spielweise und scheute sich auch nicht, im Auftaktmatch schon im 23. Zug
seine Dame gegen Turm und Läufer abzutauschen. Nach positionell
geprägten
Mittelspiel ging es dann in das Endspiel: Leko hatte die Dame gegen zwei
Türme, zusätzlich einen wichtigen Freibauern auf der a-Linie, am
Königsflügel standen sich die Kontrahenten mit kurz rochiertem König und
drei Bauern gegenüber.
Kramnik gelang es leicht, die beiden Türme auf der a-Linie zu
verdoppeln, somit musste Leko den einzigen Frei- und Mehrbauern
aufgeben. Kramniks Führung der beiden Türme war bemerkenswert, er hielt
sie konsequent doppelt positioniert. Lekos weiße Dame hatte zwar eine
hohe Beweglichkeit, aber wie Ferrari-Fan und Fußball-Analyst Günter
Netzer zu analysieren pflegte, agierte Kramnik aus der kompakten Deckung
heraus. Nach dem Gewinn des Bauern auf f2 musste Leko mit einem Abtausch
der Figuren (Dame gegen zwei Türme) einwilligen. Schwarz hatte nun im
Bauernendspiel einen Mehrbauer, Leko gab im 65. Zug auf. Kramnik führt
1:0.
Wer aber nun denkt, die Entscheidung im WM-Match ist mit Kramnik's
Auftaktsieg näher gerückt, sollte sich jedoch in Geduld üben. Der Sieger
dieses Matchs in Brissago soll - so die Pläne der FIDE - gegen den
Gewinner des Matches Gary Kasparow und Rustam Kasindschanow antreten und
dann den wirklichen Weltmeister küren.
Die Österreiche Zeitung "Der Standard" schreibt zu dieser verworrenen
Situation:
Brissago
- Schach ist ein bisschen
wie Boxen. Beim Zweikampf auf 64 Feldern fließt zwar kein Blut, aber
manchmal Schweiß und Tränen. Außerdem gibt es seit 1993, als sich der
damalige Weltmeister Garri Kasparow (Russland)
vom Weltverband FIDE abspaltete, bei den Denksportlern ähnlich wie bei
den Faustkämpfern, mehrere Weltmeister. Der WM-Kampf zwischen
Titelverteidiger Wladimir
Kramnik
(Russland)
und Peter Leko
(Ungarn), der am Samstag im schweizerischen
Brissago
begann, soll die zerstrittene Szene zusammenführen. Zweifel sind
angebracht.
"Es ist ein Trauerspiel, was mit der FIDE passiert", sagte etwa der
deutsche Großmeister und TV-Schach-Moderator Helmut Pfleger, der das
WM-Duell am Lago Maggiore für die Zuschauer vor Ort und im Internet
kommentiert. Bis zum 18. Oktober rauchen in der Zigarrenfabrik des
Sponsors Dannemann die Köpfe. Gespielt wird im so genannten klassischen
Schach. Der Sieger soll danach gegen den Gewinner der Partie zwischen
FIDE-Weltmeister
Rustam
Kasindschanow
(Usbekistan) und Kasparow antreten. Ob und wo dieses Match stattfindet,
ist aber noch völlig offen.
"Der Präsident der FIDE ist eine höchst fragwürdige Figur. Im Verband
herrschen Mafia-Strukturen. Es
müsste
eine neue Führung geben", meint Pfleger.
FIDE-Präsident
Kirsan
Iljumschinow, ein steinreicher Unternehmer aus der russischen Republik
Kalmückien, hat bisher noch alle Probleme mit Geld gelöst. In diesem
Sommer organisierte er seine umstrittene WM im
K.o.-System
mit Partien mit verkürzter Bedenkzeit in Libyen. Fast alle Top-Spieler
boykottierten das Turnier.
Kasimdschanow
gilt in der Branche als Zufallsweltmeister.
Dagegen zählt Kasparow, der seinen WM-Titel 2000 in London an
Kramnik
verlor, für viele Experten weiterhin als weltbester Spieler. Der geniale
Taktiker ist aber unberechenbar. Seit einigen Monaten versteht er sich
mit Iljumschinow gut. Früher hatte er den
FIDE-Chef
geschnitten. Die Kehrtwende rief prompt Ex-Weltmeister Anatoli Karpow
auf den Plan. Kasparows Erzrivale unterstützt den WM-Kampf
Kramnik
- Leko
und führte am Samstag als Ehrengast den Eröffnungszug aus.
Ein Hoffnungsschimmer in der zerstrittenen Schachwelt ist die
Spieler-Vereinigung ACP. Laut ACP-Chef Joel
Lautier
haben sich mittlerweise
250 Großmeister zusammengeschlossen.
Lautier
amtiert beim Duell am Lago Maggiore als Turnierdirektor. Probleme hat er
nicht zu erwarten.
Kramnik (29) und
Leko
(25) sind zwei nette junge Männer, die sich achten und mit Respekt
behandeln.". Quelle:
Der Standard
[25.9.2004].
Die offizielle Turnierseite mit Live-Übertragung der WM-Partien finden
Sie >>>hier
Hier sehen Sie das Video-Interview mit GM Artur Jussupow mit der
Analyse und Beurteilung der ersten Partie
>>>hier