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Erneut
„Hasselgrund-Betrüger“ unterwegs – Warnung der Polizei
Frankfurt-Sindlingen, 28.5.2007. Erneut sind in den letzten Tagen wieder
sogenannte „Hasselgrund-Betrüger“ unterwegs gewesen und haben „Beute“
gemacht. Wie schon vor Jahresfrist wurden vier rechtschaffene
Vertreter des in Frankfurt-Sindlingen domizilierten und in der
dortigen Stadthalle ihrem Hobby nachgehenden Schachspieler des Vereins
Frankfurt-West e.V. Opfer bei einer ihrer turnusmäßigen Reisen in das
offensichtlich gefährliche Vordertaunusgebiet geworden.
Der letzte Fall ereignete sich in den späten Abendstunden des 25. Mai
2007 in oder um die Gegend der Bad Sodener Hasselgrundhalle. Laut
Anzeige eines mitreisenden Vereinsmitglieds, der mit den Örtlichkeiten
in Bad Soden und den dortigen Gepflogenheiten bei Schachwettkämpfen
durchaus vertraut ist, hatte er die Endphase des Beuteraubzugs sehr
genau verfolgt und unmittelbar danach Anzeige bei den zuständigen
Polizei-Behörden gestellt.
Das Sindlinger Quartett des Frankfurt-West war in
gewohnter Stärke angereist, zusätzlich hatten sie noch ein weiteres
Vereinsmitglied und einen veritablen Ehrenpräsidenten mitgebracht, wohl
um bei entsprechend auftretenden Disputen auch argumentativ ihr Gewicht
in die Wagschale werfen zu können.
Die Auseinandersetzung begann zunächst in einer friedlichen und
freundlichen Atmosphäre. In vorderster Linie setzten sich die beiden
Senioren-Vertreter aus Bad Soden und Frankfurt-West auseinander. Dank
ihrer langjährigen Erfahrung konnten sie die jeweiligen
Täuschungsmanöver und Finten des Gegners rechtzeitig erkennen. Dr.
Bittner vom Bad Sodener Quartett lies sich von Ferdinand Nieblings
Eröffnungsfinte d4 nicht verwirren und konterte mit einer auch bei
Grossmeistern sehr beliebten Nimzo-Indischen Variante. Nach weiteren
strategisch-positionellen Scharmützeln blieb am Ende eine Beuteteilung
0,5 zu 0,5 übrig. Noch ahnten die Spieler aus Frankfurt-West nicht, daß
hier der erste Sargnagel eingesetzt wurde.
Der jüngste des Bad Sodener Quartetts, Daniel Großjohann, gab seine
Partie mit 0:1 verloren, wohl um die angereisten Gäste mit einem
psychologischischen Trick auf die vermeintliche Siegerstrasse zu bringen
und in Sicherheit zu wiegen. Die zweite Punkteteilung zwischen Thomas
Rödiger und Ulli Bonnaire untermauerte die Psycho-Taktik des
Hasselgrund-Quartetts - später sollte sich dieses Remis als ein weiterer
Sargnagel erweisen. So blieb es wie im Vorjahr dem Underdog Gerolf Dietz
vorbehalten, mit seinem Sieg gegen Jörg Rutkowski zu zeigen, was es
letztlich bedeutet, wenn der Angreifer die Deckung vernachlässigt.
Die Reisenden aus Frankfurt-Sindlingen, sonst eher mit den rauhen
Sitten in der Verbandsliga vertraut, konnten sich zunächst mit dem
überraschenden Verlust des Pokalhalbfinales gegen einen Gegner aus den
unteren Klassen nicht anfreunden und plädierten zunächst, daß wie in der Champions-League bei Ergebnis-Gleichstand die auswärts erzielten Tore
doppelt zählten. Die angesichts des schmerzhaften Punktverlusts
herbeigerufene Schachpolizei musste zunächst die erhitzten Gemüter
beruhigen. Als dann der Bad Sodener Mannschaftsführer auf die
Durchführungsvorschriften der Schachregeln hinwies und in Ableitung des
Paragraphen 23 a Abschnitt 1 und das Grundsatzurteil des Vorsitzenden
Richters Buchholz den Mannschaftssieg für das Quartett aus der
Hasselgrundhalle reklamierte, musste der diensthabende
Schachpolizeimeister dem auswärtigen Quartett einen Vorschlag zur Güte
unterbreiten. Entweder sollten sie die Halbfinal-Niederlage gegen Bad
Soden gemäss den Vorschriften - wie schon im Vorjahr - akzeptieren oder
sie müssten die dann noch anwesenden Schachspieler zum Zeichen der
Freundschaft auf dem Bad Sodener Weinfest mit guten Tropfen aus dem
Rheingau und leckeren Würstchen vom Grill verköstigen.
Da die Geschädigten aus Frankfurt-Sindlingen dies vermeiden wollten,
willigten sie umgehend in die Pokalniederlage ein, gaben aber zu
Bedenken, dass sich im nächsten Jahr ein solches Fiasko nicht zum
dritten Mal wiederholen werde. Auch der anwesende Ehrenpräsident von
Frankfurt-West bestätigte dies und formulierte wortgewaltig seine
Begründing, weshalb das Bonmot "Aller guten Dinge sind Drei" im Schach
durch keine theoretische Analyse bestätigt würde, ins Polizeiprotokoll.
Die offensichtlich überrumpelten Schachspieler aus
Frankfurt-Sindlingen verzichteten auf eine formale Revision, gaben
jedoch zur Vorbeugung zukünftiger Straftaten am Schachbrett eine
Personenbeschreibung des Hasselgrund-Quartetts zu Protokoll.
Laut Polizeiprotokoll werden die Punkteräuber wie folgt beschrieben:
Das Quartett tritt unauffällig und friedlich auf und täuscht durch eine
ausgewogene Altersstruktur die potentiellen Opfer und vermeidet so ein
Erscheinungsbild als "Räuberbande". Der Älteste des
Quartetts ist etwa 80 Jahre alt, ca. 180cm gross, trägt eine Brille und
hat silbergraues nach hinten gekämmtes Haar. Ebenfalls graues Haar hat
ein weiterer Spieler des Quartetts, ist aber in der Tat wesentlich
jünger. Der jüngste Spieler, von seinen Freunden Daniel gerufen, tritt wie ein Studiosus auf, mit Brille und
adrett gescheiteltem Haar macht er einen eher unauffälligen und
harmlosen Eindruck. Über den schlimmsten Beutemacher der Bad Sodener liegen
keine genauen Beschreibungen vor, Zeugen berichten von einem insgesamt
freundlichen Erscheinungsbild, welches vermutlich erfolgreich zu Täuschungszwecken
genutzt wird.
Die Polizei warnt vor ihrem weiteren Auftreten.
Brands
Biss
Mit einer beachtenswerten Leistung schloss der
jugendliche Jan-Peter Brand die erste volle Saison ab.
In insgesamt 6 Saisonspielen holte er 4,5 Punkte,
dabei gab er lediglich eine Partie gegen Petri ab und remisierte gegen
Rothörl von Flörsheim 4.
Nicht immer standen seine Siege von Anfang an fest, so
zeigte er mit Biss und Siegeswillen, daß es nicht immer nur um elegante
Kombinationen der Figuren geht, wenn man vorteilhafte Positionen auch in
Punkt und Sieg umwandeln will.
Jan Peter Brand gelang damit ein Einsteig in die
DWZ-Liste des Deutschen Schachbunds.
Mit einer erstmaligen Wertungszahl
von 1020 DWZ war er der höchste Neueinsteiger des Schachclub
Bad Sodens
in der vergangenen Saison.
Bittners
Blitz
Man muss nicht gleich die These des Frankfurter
Philosophen und Kulturkritiker Theodor Adorno, wonach sich der wahre
Rang eines Künstlers erst im Spätwerk manifestiere, herbei zitieren, um
die Leistungen von Dr. Friedrich Bittner bei den Hessischen
Senioren-Schnellschachmeisterschaften 2007 zu würdigen.
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Die Insignien der
Popularität:
Hans-Walter Schmitt (rechts) präsentiert dem Geburtstagskind
Dr. Friedrich Bittner ein Chess Classics Schachbrett mit
einem Autogramm von GM Vishy Anand, derzeitig die Nr. 1 der
Weltrangliste
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Erstens dürfte der promovierte Chemiker Dr. Friedrich
Bittner als Naturwissenschaftler den Geisteswissenschaften wie
Philosopie oder Soziologie eher skeptisch eingestellt sein, andererseits
muss man ja nicht jede Schachpartie zu einem Kunstwerk hochstilisieren.
Die Schachgeschichte ist reich an denkwürdigen und
sehenswürdigen Partien, schaut man nur auf die "Unsterbliche
Partie", die einst im englischen Seebad Hastings zwischen Wilhelm
Steinitz und Curt von Bardeleben gespielt wurde. Als Steinitz den
letzten Zug der Partie mit Tg7+ ausführte, wäre das der Anfang einer
elfzügigen Mattkombination gewesen. Curt von Bardeleben wollte es nicht
soweit kommen lassen, er stand wortlos auf und verließ ohne den
Handschlag des Unterlegenen das Spiellokal.
Eine andere Partie, die Ernst Josef Diemer 1984 im hohen Alter von 76
Jahren beim Nürnberg Open 1984 gegen Heiling zeigte, ging als "Bauernsturm
Partie" in die Annalen ein. Während Steinitz' "Unsterbliche Partie" nur zu gerne von Schachtrainern als
Theorie-Vorbild vorgeführt wird, spottet Diemers Partie jeden Vergleich
mit der klassischen Eröffnungstheorie.
Denn Diemer spielt die Eröffnung
mit 17 Bauernzügen hintereinander, bevor er überhaupt eine Figur ins
Spiel bringt. Später opfert er auch noch seine Dame, um dann im 45. Zug
als Sieger festzustehen. Und mit dieser Partie widerlegt Diemer auch
eine andere These, daß Alter nicht vor Torheit schützt.
Diemer - da war doch was? Ernst Josef Diemer war nicht
nur der Namenspatron des Gambits, das als Blackmar-Diemer-Gambit in die
Theorie-Bücher eingegangen ist und noch heute von den Anhängern dieser
Spielweise in jährlichen Themen-Turnieren huldvoll praktiziert wird.
Diemer war eine, - sagen wir es mal politisch-korrekt - "facettenreiche" Persönlichkeit, dessen
Lebenswerk und Schachverständnis in der jüngsten Ausgabe der
Schachzeitschrift KARL
gewürdigt wird. KARL wird vom Chefredakteur FM Harry Schaack aus
Schöneck herausgegeben, in Personalunion ist Schaack auch Pressechef der
Chess Classic Mainz.
Doch am 11. Mai 2007 in Rodenbach hatte Dr. Friedrich
Bittner nicht unbedingt die Muße, während seiner Wettkampfpartien
solchen Gedanken nachzugehen - spielte er doch hochkonzentriert in einem
hochkarätig besetzten Schnellschachturnier um die Hessische
Senioren-Meisterschaften mit. Und so war es ein Erfolgserlebnis erster
Güte, als er als Sieger der Nestoren-Altersklasse das Turnier beendete.
[GK]
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hws@chesstigers.de oder Fon
06196-22726 & Fax 06196-22796
Spielort: Hasselgrundhalle,
Gartenstraße 2a,
D-65812 Bad Soden am
Taunus
(Das Spiellokal liegt bequem in der
Nähe der S-Bahn-Station
Bad
Soden Bahnhof) |
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Turnierbedingungen
Bedenkzeit: 60 Minuten
+ 30 Sekunden pro Zug
Modus: 7 Runden Schweizer System
/ Chess960-Regeln,
Startaufstellung wird bei Rundenbeginn
ausgelost
Anmeldung: www.chesstigers.de
Hans-Walter Schmitt, Fon 06196-22726
Zahlung auch vor Ort /
bitte Voranmeldung!
TaunusSparkasse
Konto Nr. 311 251 / BLZ 512 500 00
Meldeschluss:
Freitag, 12.Oktober 2007, 16:30 Uhr
1. Spieltag: Freitag,
17:00 / 20:30 Uhr
2. Spieltag: Samstag,
11:00 / 15:00 / 19:00 Uhr
3. Spieltag: Sonntag,
11:00 / 15:00 /
Siegerehrung
Ausstattung: edle Schachbretter
und Figuren, DGT-XL Uhren
Auskunft: Roland Bettenbühl,
Fon 06196-25639
Rainer Rauschenbach,
Fon 06190-74494
Turnierleitung und Schiedsrichter:
Hans-Dieter Post
das Turnier wird IPS ausgewertet!
Hotel / Ü.: Hotelführer Bad Soden
Schirmherr:
Bürgermeister Norbert Altenkamp
Sponsoren:
TaunusSparkasse / Mainova AG
Webpräsenz:
www.schachclub-badsoden.de
www.frankfurt-west.de
www.schachclub-hattersheim.de
www.chesstigers.de |
Veranstalter:
Chess Tigers e.V. |
Ausrichter:
SC Bad Soden &
SC 1979 Hattersheim |
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